Smarthome – Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Informatiker!

Neuntklässler der Bischöflichen Marienschule diskutieren gemeinsam mit Experten über die Chancen und Risiken eines neuen Trends: Smart home!

Ausgehend von der Fragestellung „smart home und Internet of things – was ist das überhaupt?“ ist das Publikum eingeladen, sich bei Kaffee und Kuchen dem Thema anzunähern.

Es soll unter anderem über den Sinn und Unsinn von smart homes diskutiert werden.
Wie muss ich mein smart home schützen und wie einfach kann es geknackt werden? Wie wird sich unsere Zukunft durch den Trend verändern? Auch die praktischen Lösungen werden in den Fokus genommen: Wie baue ich mir mein eigenes smart home und wie teuer wird eine professionelle Lösung werden?

Bischöfliche Marienschule

Viersener Straße 209, 41063 Mönchengladbach

29. Juni 2018, 12:00

Kategorien: Informatik

Amir Zmora CC BY

Thesen

1

Eigenleistung spart Geld, so der Häuslebauer!

2

Mit Amazon und co hab ich ein schöneres Leben!

3

Ich spare durch das smarte so viel Energie, dass es die Kosten aufwiegt.

4

My home is my castle - da kommt keiner rein!

5

Das ist alles noch in 100 Jahren kompatibel.

Das sind die Ergebnisse unseres Cafés: Diskussion der Thesen: "1) Eigenleistung spart Geld, so der Häuslebauer!" Dies wurde von den Experten diskutiert, wobei hier im Hinblick auf die Professionalität der Lösung auf die weit verbreitete KNX-Technik verwiesen wurde. Bei diesem System kann man nur schwer durch Eigenleistung Geld sparen, da man einen zertifizierten Elektriker benötigt, der dieses System in Betrieb nimmt bzw. ausbaut. Die Lösungen der Bastler und Frickler haben oft das Problem, dass man entweder nicht alles steuern kann oder hier auch z.B. der Versicherungsschutz nicht wirklich im Blick war. Die Experten empfehlen daher bei einer Neuinstallation auf KNX Technologie zu setzen. Dies ist zwar etwas teurer, aber qualitativ wesentlich besser und umfangreicher. Nils Kronig berichtete da von seiner Jugend-forscht- Arbeit eben diese KNX Komponenten aus günstigen Bauelementen zu fertigen. "2) Mit Amazon und co hab ich ein schöneres Leben!" In der Diskussionsrunde wurde dieser Punkt insbesondere von dem Wirtschaftsinformatiker Prof. Brell aufgegriffen. Er betonte, dass dies wirklich so sein kann, man sich jedoch sicher sein sollte die Daten an den externen Dienstleister Amazon, google, apple und co geben zu wollen. Die Sevices der Dienstleister, insbesondere das Lauschen der Spracheingabeboxen wurde als äußerst kritisch gesehen. Man hätte jedoch durch die Standortverfolgung z.B. die Möglichkeit, dass die Garage automatisch auf geht oder die Kaffeemaschine schon mal vorher anläuft. Auf Kosten seiner Daten kann man heute schon ein smarteres, digitales Leben führen. "3) Ich spare durch das smarte so viel Energie, dass es die Kosten aufwiegt." Da sind sich die Experten nicht sicher. Die Kosten sind schon nicht gering. Herr Göbel brachte jedoch das Beispiel, dass man Wasserlecks finden kann und so vor großen Schaden bewahrt werden kann. Herr Brell brachte in die Diskussion ein, dass das wirklich Smarte Home keine Tasten mehr braucht, sondern neben Gefahren auch die Notwendigkeit des Einschaltens erkennen. Das Home soll automatisch erkennen, wo ich mich aufhalte und aufhalten werde und dementsprechend mit Licht, Wärme und Audio reagieren. Andere Komponenten, z.B. der Gasherd erkennen, dass sie nun ausgeschaltet sein sollen. Nur so kann auch Energieeffizienz erreicht werden. "4) My home is my castle - da kommt keiner rein!" Angeregt durch ein Werbevideo einer Sicherheitstechnik, wurde darauf eingegangen, dass die große Problematik in der Verwendung von externen Servern liegt. Hier kann sich auch der Einbrecher über das Urlaubsverhalten informieren oder sich die Türe ggf. selber öffnen lassen. Ein sicheres smart Home muss daher vor allem erst einmal offline funktionieren. Auch wenn man ohne Server arbeitet sollte man aber auch darauf achten, dass kein eigenes Portal an dem eigenen Router offen im Internet zugänglich ist, die man bei einem anderen Beitrag erfahren konnte. Sicherheit lässt sich daher nur mit Expertenwissen aufwiegen. "5) Das ist alles noch in 100 Jahren kompatibel." Hier versucht man einen Standart zu entwickeln und zu verbreiten mit KNX, der allen Anbietern eine Plattform, auch zur Weiterentwicklung, bietet. Clauss Brell gab jedoch zu bedenken, dass auch ein 15 Jahre alter Netzwerkkabelstandert (Cat5) so schnell veraltet ist, dass man dies heute quasi nicht mehr nutzt und das Wlan diese Technik im smart home-bereich ablöst. Mit z.B. Fritzbox oder Telekom Artikeln kann smart home auch funktionieren, man macht sich jedoch stark vom Hersteller abhängig und muss bei dieser Marke bleiben. Ob dies in 100 Jahren noch Kompatibel ist, wurde daher stark bezweifelt.

Experte

Prof. Dr. rer. nat. Claus Brell
Prof. Dr. rer. nat. Claus Brell

Hochschule Niederrhein

Fachbereich Wirtschaftsinformatik

Experte

Dipl.-Ing. Christian Göbel

Technischer Leiter eines Rechenzentrums in Luxemburg

Experte

Nils Kronig

Mehrfacher Teilnehmer bei Jugend forscht und Teilnehmer auf Landesebene.

AG

Klasse 9 der Bischöflichen Marienschule

Schule

Bischöfliche Marienschule

Mönchengladbach, Nordrhein-Westfalen