Leukämie - Der Feind im Blut

Leukämie – diesen Begriff haben sicher die meisten von uns schon einmal gehört, aber was steckt hinter dieser Krankheit? Wer genau ist der Feind im Blut und wie bekämpft man ihn? Diese und viele andere Fragen werden euch bei unserem Junior Science Café beantwortet.
Wir, die Mitglieder der Junior Science Café AG des Gutenberg-Gymnasiums, interessieren uns sehr für das Thema Leukämie und haben daher ein Café geplant.
Wir freuen uns auf den 4. Juli 2018, denn an diesem Tag findet unser Junior Science Café statt, und sicherlich freuen wir uns auch auf viele Besucher, die mit uns und den Experten zum Thema diskutieren.
Natürlich wird es auch dieses Mal wieder ein Buffet mit leckeren Brötchen, Kuchen und Getränken geben. Das Café startet um 17.30 Uhr in der Mensa des Gutenberg-Gymnasiums.

Bis Mittwoch, den 4. Juli 2018,
Euer Junior Science Café - Team des GuGys!

Gutenberg-Gymnasium

Gutenbergstraße 2-6, 50126 Bergheim

4. Juli 2018, 17:30

Kategorien: Medizin

JSC-Team GuGy CC BY ND

Thesen

1

Es werden vier Hauptarten von Leukämien unterschieden. Die akute myeloische Leukämie (AML), die chronische myeloische Leukämie (CML), die akute lymphatische Leukämie (ALL) und die chronische lymphatische Leukämie (CLL). Die Begriffe akut und chronisch beziehen sich auf die Verlaufsform, die Bezeichnungen myeloisch und lymphatisch auf die Zellform, von der die Leukämie ausgeht.

2

Ca. 95% aller Krebserkrankungen sind solide Tumore. Der Anteil von Leukämien und Lymphomen macht nur etwa 5% aus. Hierbei ist der ganze Körper betroffen, da das Blut im ganzen Körper verteilt ist. Es gibt etwa 300 bis 400 unterschiedliche Arten von Leukämien, die sich in ihrer Entstehung und Ausprägung unterscheiden.

3

Die Menschen, die an Leukämie erkranken, zeigen ganz unterschiedliche Symptome. Ein Leukämiekranker hat zu wenig rote Blutkörperchen, die den Sauerstoff transportieren. Deshalb weisen Patienten schnell Müdigkeit sowie wenig Ausdauer auf. Weiterhin hat ein Erkrankter zu viele weiße Blutkörperchen, da es eine Überproduktion dieser gibt. In Alltagssituationen ist Leukämie nicht einfach durch verschiedene Symptome erkennbar. Es sollten aber vor allem drei Symptome beachtet werden: plötzliche Müdigkeit und Leistungsabfall, erhöhte Anfälligkeit für Infekte sowie starke Blässe.

4

Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Leukämiearten gibt es auch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Eine Behandlungsmöglichkeit ist die Chemotherapie. Hierbei werden sogenannte Zytostatika eingesetzt. Ziel dieser Therapie ist es, die Krebszellen abzutöten. Kinder haben bessere Heilungschancen als Erwachsene und einen unverschleierten Blick auf die Erkrankung.

5

Selbsthilfegruppen können eine wichtige Hilfe und Unterstützung für Erkrankte sein. Es ist für Betroffene gut zu sehen und motivierend, dass andere Menschen ihre Krankheit besiegen konnten oder mit der chronischen Erkrankung gut leben können.

Am 4. Juli 2018 fand das 13. Junior Science Café am Gutenberg-Gymnasium statt. Diesmal zu dem Thema „Leukämie – Der Feind im Blut“.
Die Moderatorinnen Dina A., Annika S. und Natalie T., Schülerinnen der 9. Klasse, begrüßten die beiden Experten sowie die etwa 90 Gäste und leiteten in das interessante Thema ein. Danach stellten sich die Experten vor.
Prof. Dr. med. Rainer Haas ist Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie der Universitätsklinik Düsseldorf. Der Mediziner erforscht und behandelt dort unter anderem Leukämien und Lymphome. In einer Präsentation erklärte er die Grundlagen der Molekularbiologie und die Entstehung von Leukämien.
Anschließend stellte sich Dr. Manfred Wienand vor. Er ist ein Ansprechpartner der Selbsthilfeorganisation NRW Non-Hodgkin-Lymphome Hilfe e.V. Diese führt betroffene Menschen zusammen, die Erfahrungen über ihre Erkrankungen austauschen können.
Nach der Vorstellungsrunde stellten die Moderatorinnen ihre Fragen. Auf die Frage, was die Ursache für Leukämie-Erkrankungen ist, antwortete Prof. Dr. med. Rainer Haas, dass 50% der Erkrankungen durch den Lebensstil verursacht werden. Dr. Manfred Wienand nennt als
mögliche Ursachen zu 30% das Rauchen und 20% die falsche Ernährung.
Nachdem die Fragen der  Moderatorinnen beantwortet wurden, folgten Fragen aus dem Publikum. Eine Frage war, ob man bei der Knochenmarkspende auch Stammzellen von Verstorbenen verwenden kann. Die Antwort lautete, dass dies noch nie gemacht wurde, da es genug lebende Spender gäbe. Die Wahrscheinlichkeit in Deutschland einen passenden Spender zu finden, ist sehr hoch u. liegt bei 85-90%.
Eine andere Frage lautete, ob man bei der Geburt eines Kindes die Nabelschnur, die viele Stammzellen enthält, konservieren sollte. Die Antwort darauf war, dass es eine Therapie gibt, diese aber umstritten ist. Es handelt sich bei entsprechenden Angeboten von Firmen um ein Geschäftsmodell. Stammzelltherapie kommt nur noch zum Einsatz bei besonders bösartigen Krankheitsformen, die anders nicht behandelbar sind.

Zusammenfassend nehmen wir, die Schülerinnen und Schüler der Junior Science Café Arbeitsgemeinschaft, aus der interessanten Diskussion mit den Experten folgendes Wissen mit:
Leukämie ist eine vielschichtige Krankheit, weshalb sie in Alltagssituationen nicht einfach erkennbar ist. Sie wird auch von Ärzten, die nicht wissenschaftlich arbeiten, mitunter zu spät erkannt. Deshalb sollte man sich bei Unsicherheiten an Experten in Universitätskliniken wenden. In den letzten Jahren hat die Forschung zu vielversprechenden Therapiemöglichkeiten und guten Heilungschancen bei Leukämien und Lymphomen geführt.

Experte

Prof. Dr. med. Rainer Haas

Universitätsklinikum Düsseldorf: Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie

Klinikdirektor Schwerpunkte sind die Behandlung bösartiger Erkrankungen des Blutes, des Knochenmarks und der Lymphknoten.

Experte

Dr. med. Iris Appelmann

Uniklinik RWTH Aachen: Klinik für Hämatologie, Onkologie und Hämostaseologie und Stammzelltransplantation

Schwerpunkte sind sowohl diagnostische Verfahren als auch Therapien von Tumorerkrankungen.

Experte

Dr. Manfred Wienand

Selbsthilfeorganisation NRW: Non-Hodgkin-Lymphome Hilfe e.V.

Ansprechpartner der Selbsthilfeorganisation, um betroffenen Personen zu helfen.

Betreuer

Ellen Meinecke

Gutenberg Gymnasium

AG

Junior Science Café-AG GuGy

Schülerinnen und Schüler aus der 8. und 9. Klasse des Gutenberg-Gymnasiums in Bergheim unter der Leitung von Ellen Meinecke

Schule

Gutenberg-Gymnasium

Bergheim, Nordrhein-Westfalen