Holographie - Das Ende realer Kontakte?

Hologramme gewinnen in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung und Bekanntheit.
Aber wie fortschrittlich sind wir damit tatsächlich?
Welchen Einfluss hätte diese Technik auf unsere Gesellschaft?
Damit beschäftigen sich die Schüler Anne-Frank-Gymnasiums und zwei Experten des Fraunhofer-Instituts im Rahmen des diesjährigen Junior Science Cafés.

Anne-Frank-Gymnasium Rheinau

Gymnasiumstr. 10 77866 Rheinau

19. Juli 2018, 15:30

Kategorien: Technologie

Pixabay : Hologramm , CC BY ND

Thesen

1

Hochwertige bewegte 3D-Bilder sind wegen extremer Datenmenge nicht realisierbar

2

Hologramme in der Messtechnik werden bereits verwendet (schnell und präzise)

3

Handys werden wahrscheinlich nicht durch Hologramme ersetzt werden

4

Zu starke Laser könnten gesundheitsschädlich sein

5

Hologramme bieten nicht genug menschlichen Kontakt

Am 19. Juli 2018 fand das dritte Junior Science Café an unserer Schule statt. Es wurde von den zehnten Klassen organisiert und das Thema lautete: „Holographie-Das Ende realer Kontakte?“ Holographie nimmt man als dreidimensional wahr, da etwas von sehr vielen Blickpunkten aus betrachtet wird. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und setzt sich zusammen aus „holos“ (vollständig, ganz) und „graphie“ (schreiben, aufzeichnen). Unsere Experten kamen dieses Jahr vom Fraunhofer Institut, der größten Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa. Herr Hofmann und Frau Schiller sind spezialisiert auf den Bereich der optischen Messtechnik. Unser Café begann mit Vorträgen der beiden Experten, bei dem sie uns die Grundlagen der Holographie erklärten. Herr Hofmann hatte unter anderem eine Wand mit einem 3D-Bild dabei, worauf man dreidimensionale Fische sehen konnte, ohne eine Brille zu benötigen. Zudem ein Hologramm einer Kugel, was sehr realistisch wirkte. Er wies uns allerdings darauf hin, dass hochwertige bewegte Hologramme aufgrund der sehr großen Datenmenge derzeitig nicht realisierbar seien. Frau Schiller, die gerade ihre Doktorarbeit schreibt, erklärte uns die Verwendung digitalisierter Holographie in der Messtechnik, die bereits verwendet wird. Sie zeigte uns ein Video, bei dem diese Technik zum Prüfen von Teilen in der Produktion benutzt wird. Vom Publikum gab es hierzu einige Fragen, zum Beispiel wie häufig diese Techniken schon verwendet werden. Darauf entgegneten die Experten, dass es ihrer Meinung nach noch nicht genug sei und es noch vielfältige neue Anwendungsmöglichkeiten gäbe. Im anschließenden Interview wurde auch auf den gesellschaftlichen Aspekt der Holographie eingegangen. Zu der Frage, ob Handys durch Hologramme hypothetisch ersetzt werden könnten, meinte Frau Schiller, dass dies unwahrscheinlich wäre. Man würde schließlich auch noch telefonieren, obwohl es schon lange Dinge wie Skype oder FaceTime gibt. Beide waren sich einig, dass durch Hologramme nicht genug menschlicher Kontakt hergestellt werden könnte und der reale Kontakt dadurch definitiv nicht ersetzt werden könnte. Herr Hofmann erwähnte zudem ein philosophisches Problem, falls realistische und auch bewegte Hologramme möglich wären: Würde man alles was man sieht für Hologramme halten, oder alle Hologramme für analog? Darauf hatte niemand wirklich eine Antwort und die Veranstaltung näherte sich dem Ende. Natürlich war auch der Kuchenverkauf von Team Event gut besucht und man war trotz des warmen Wetters gut versorgt. Fazit: Hologramme bringen viele Vorteile in der Technik, werden reale menschliche Kontakte aber wahrscheinlich nie ersetzen. Unser Junior Science Café war sehr interessant und auch die Organisation der Teams hat gut funktioniert.

Experte

Annelie Schiller

Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik

Experte

Andreas Hoffman

Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik

Betreuer

Julian Rein

Anne-Frank-Gymnasium Rheinau

AG

Junior Science Café-AG Rheinau

Schule

Anne-Frank-Gymnasium Rheinau

Rheinau, Baden-Württemberg

Autoren

Junior Science Café-AG Rheinau