Beim Thema Digitalisierung sind sich die Deutschen nicht einig: ein Ergebnis der Studie TechnikRadar 2018

Was einerseits Fortschritt, besseres Leben und leichteren Alltag verspricht, kann andererseits Überwachung, Risiko und Entmenschlichung mit sich bringen. Die deutsche Bevölkerung ist gespalten in Ihrer Meinung gegenüber Technik und Digitalisierung.


Acatech - Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und die Körber-Stiftung haben gemeinsam die Studie „TechnikRadar 2018 -  Was die Deutschen über Technik denken“ veröffentlicht. Fragen zur Digitalisierung, wie sie auch in den Junior Science Cafés diskutiert werden,  bilden darin einen Schwerpunkt. Wir haben einen Blick in die Studie geworfen und einige Ergebnisse zusammengefasst.

Generell steht die Bevölkerung der Digitalisierung mit gemischten Gefühlen gegenüber. Die Mehrheit der Befragten, gut (54,5%), erwartet dass das Leben durch die Digitalisierung komfortabler wird. Dem gegenüber steht aber die Sorge vor negativen Entwicklungen, etwa einer erhöhten Störanfälligkeit der Infrastruktur, die 61,6% der Befragten befürchten, dem Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten (60,6%) oder einem Anstieg der Arbeitslosigkeit durch die Digitalisierung (47,2 %). 

Mobilität mit autonomen Fahren 

Einzelne Themen hat der TechnikRadar ganz konkret unter die Lupe genommen, etwa das autonome Fahren. Nur 16,2% der befragten Autofahrer würden die Verantwortung an ein vollautomatisiertes Fahrzeug abgeben. Rund zwei Drittel befürchten ein Verkehrschaos durch Computerpannen, ähnlich viele erwarten Störungen und Unfälle durch Hacker. Sorge bereitet vielen Befragten aber nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern auch das Sammeln von personenbezogenen Daten durch die im Auto verbaute Technik.

Leben im Smart Home

Smart Home Technologien sind bisher wenig verbreitet: Nur 8,1 % der Befragten nutzen Smart Home Angebote. Die Mehrheit (57%) zieht dies zurzeit nicht in Erwägung. Dabei sind etwas mehr als die Hälfte der Deutschen davon überzeugt ist, dass Smart Home Technologien Komfortgewinn mit sich bringen würden. Groß ist jedoch die Befürchtung, dass Kriminelle die Kontrolle über die Wohnung übernehmen könnten (67,9%). Und so ist die Hauptbedingung, um dem Konzept Smart Home eine Chance zu geben, die Sicherheit in der Anwendung

Unterstützung durch Pflegeroboter

Sollen Roboter in der Pflege eingesetzt werden? Gut 32% der Befragten lehnen Roboter in der Pflege grundsätzlich ab, gut 40% sind dafür. Dass Roboter Routineaufgaben übernehmen, sodass sich pflegende Personen besser um die Bedürfnisse der Patienten kümmern können, befürworten rund 60%. Gleichzeitig ist die Sorge groß, dass durch die Roboter die pflegebedürftigen Personen weniger menschliche Zuwendung erhalten (80,8%). Über die Hälfte befürchtet, dass in Zukunft nur noch Wohlhabende durch Menschen gepflegt werden.

Der TechnikRadar 2018 zeigt, dass es in Bezug auf die verschiedenen Themen der Digitalisierung noch einiges zu diskutieren gibt.

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