Cyborgs - Austauschbare Beine und Magneten unter der Haut

Foto: Cyborg: Progress CC0

Die zweite Reihe des Junior Science Cafés heißt Mensch 2.0. Wie kann ein Mensch der Zukunft aussehen? Ist es der „Cyborg“, wie Burkhard Straßmann in der ZEIT schreibt? Cyborg heißt, dass Technik und Mensch zusammenwachsen. Beispielsweise helfen Beinprothesen Menschen, die ihre Beine verloren haben, wieder zu gehen. Andere Menschen pflanzen sich Chips oder Magneten in die Haut, die ihnen den Alltag erleichtern. Was ist heute schon möglich und wird auch umgesetzt? Ich stelle euch Aimee Mullins, Stefan Greiner und Enno Park vor – drei Cyborgs.

Aimee Mullins – Welche Beine nehme ich heute?

Aimee Mullins hat ihre Beine verloren und kann nun durch Prothesen wieder laufen. Doch sie nutzt auch die positiven Effekte der Prothese. Wenn sie größer sein will, dann nimmt sie einfach Prothesen, die ein paar Zentimeter länger sind. Im TED-Talk berichtet sie, dass sie 12 verschiedene Prothesen hat. Ob Gepardenfüße, längere Beine oder Laufbeine – für jede Situation ist was dabei. Ihre Beeinträchtigung entpuppt sich so manchmal als eine Erweiterung Ihrer Möglichkeiten. Den gesamten Vortrag von Aimee Mullins könnt ihr euch hier ansehen – einfach die Untertitel aktivieren.

 

Stefan Greiner – Ich spüre Strom.

Bei Stefan Greiner sieht man von außen nicht, dass er ein Cyborg ist. Er hat sich einen kleinen Magneten in seinen Ringfinger einsetzten lassen. Mit diesem kann er nun Magnetfelder und fließenden Strom fühlen. So konnte er beispielsweise in seiner Wohnung herausfinden, wo die Stromleitungen laufen, um dann ein Bild neben einer Steckdose aufzuhängen. Er konnte spüren, wo der Strom fließt und so den Nagel in die Wand hämmern, ohne eine Stromleitung zu treffen. In seinem Vortrag auf der TINCON erzählt er von seinen Forschungsprojekten. Beispielsweise geht er der Frage nach, wie wir mit unseren Gedanken Computer steuern können.

 

Enno Park – Muss sich sein Handy-Passwort nicht merken.

Er hat drei verschiedene Sensoren in seinem Körper: zwei Cochlea-Implantate und einen NFC-Chip in seiner Hand. Die Cochlea-Implantate ermöglichen Enno Park, normal zu hören, da er schwerhörig ist. Der NFC-Chip merkt, wenn er sein Smartphone in der Hand hat. Das Handy wird so direkt entsperrt, wenn es in der Nähe ist. Wie sieht die Zukunft mit Cyborgs aus, wird er gefragt. Enno Park glaubt nicht, dass man sich in ein paar Jahren einfach in einem Geschäft neue Körperteile kaufen kann. Er kann sich allerdings gut vorstellen, dass es dann Piercings oder Tattoos gibt, die zum Beispiel unsere Schritte zählen.

Dies sind nur drei Beispiele von prominenten Cyborgs aus Amerika und Deutschland. Die Frage ist natürlich: Ab wann ist man ein Cyborg? Sind Menschen mit künstlichen Herzklappen und Knie- bzw. Hüftgelenken schon Cyborgs?


22. Juni 2016, 16:11      Florian Boegner      Mensch 2.0

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