#caféthesen weiterdenken! Informationskompetenz gegen die Angst vor Big Data?

Foto: Roman Boed, The Stacks, CC BY 2.0 Logo hinzugefügt

In der Reihe #caféthesen weiterdenken! greifen wir aus jedem Junior Science Café eine These auf und diskutieren sie im Netz. Denkt mit!

Die Schülerinnen und Schüler der Junior Science Café-AG am Otto-von-Taube-Gymnasium haben das Junior Science Café „Big Data – Speicherung, Nutzung oder überhaupt realistisch?“ organisiert und mit Software-Experten über das Thema diskutiert. Folgende These fand ich besonders interessant:

Mit dieser Frage bin ich in das Gespräch mit dem Informatiker Volker Markl gegangen. Er ist Professor für Datenbanksysteme an der TU Berlin und Direktor des Berlin Big Data Centers. Doch was genau bedeutet Big Data? Man verwendet diesen Begriff, wenn es um große heterogene Datenmengen, hohe Datenraten und Analysen mit geringer Latenz geht. Oft werden auch Daten aus vielen verschiedenen Quellen gesammelt und miteinander verknüpft. Big Data wird in der in der Forschung und der Industrie eingesetzt, etwa um Produktionsprozesse zu optimieren oder Messdaten aus Studien oder umfangreichen Experimenten auszuwerten. Gesammelt werden aber auch personenbezogene Daten, etwa von Internetkonzernen. Kritiker sehen die Privatsphäre und den Datenschutz dadurch in Gefahr.

Volker Markl stimmt der These zu, dass Big Data für Nutzer von Vorteil sein kann. Als Beispiel nennt er an die Interessen der Nutzer angepasste Empfehlungen im Netz.

Er weist darauf hin, dass Big Data nicht notwendigerweise Probleme mit dem Datenschutz hervorrufen muss. nicht. Beispielsweise anonymisieren Wissenschaftler Forschungsdaten oder die gesammelten Daten seien gar nicht personenbezogen, wie etwa in der Industrie 4.0.

Davon spricht man, wenn Maschinen in einer Fabrik mit intelligenten Verfahren der Informations- und Kommunikationstechnik untereinander vernetzt sind und deren Arbeit automatisch koordiniert und kontrolliert wird. So regelt beispielsweise ein Programm mittels Künstlicher Intelligenz wie schnell ein Roboter Schrauben eindrehen darf, ohne dass sie verklemmen. So gehen weniger Schrauben kaputt. Big Data verbessere so die Produktionswege in einer Fabrik und helfe dem Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben, erklärt Informatiker Markl.

Doch wie ist das nun für mich als Internetnutzer. Ich surfe durch das Internet und produziere unweigerlich Daten. Entweder aktiv, indem ich Formulare ausfülle oder Suchanfragen stelle, oder passiv, indem beispielsweise mein Endgerät oder der Browser Daten austauscht.

„Informationskompetenz ist das Stichwort“, sagt Volker Markl. „Wir müssen lernen, bewusst mit unseren Daten umzugehen und wissen, welche Daten wir produzieren und welche wir preisgeben wollen. Dann versachlicht sich vielleicht die in Deutschland sehr emotional geführte Diskussion über Big Data“. Er vermutet, dass die Skepsis gegenüber Big Data und die Kritik daran auch mit der deutschen Geschichte zusammenhängen. Der NS-Staat und auch die DDR sammelten Informationen und verwendeten sie gegen ihre Bürger.

Doch wie schätzt ihr eure Informationskompetenz ein? Wie geht ihr mit euren Daten im Netz um?


15. Juni 2016, 13:33      Florian Boegner      weiterdenken!

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