Leben 2.0 - Roboter in der Chirurgie

Wir an der Humboldt-Schule Kiel haben uns mit dem DaVinci Robotersystemen auseinander gesetzt und mit den Experten zusammen über die Vor- und Nachteile und über Verbesserungsmöglichkeiten gesprochen.

Humboldt-Schule Kiel

Knooper Weg 63, 24116 Kiel

25. Mai 2016, 16:00

Kategorien: Medizin

Thesen

1

"Es ist leicht mit einem Roboter zu operieren!"

2

"Mehr Risiken für Patienten?"

3

"Zukünftige OPs ohne Operateur?"

4

"Die Kosten sind höher, als bei laparoskopischen Eingriffen!"

5

"Kein großer Fortschritt/Nutzen in der modernen Medizin!"

Am 25.05.2016 fand an unserer Schule das erste Junior Science Café in Schleswig-Holstein statt. Wir haben uns mit der zukünftigen chirurgischen Technik auseinandergesetzt und sind auf die Roboter gestoßen, die operieren können. Allerdings tun sie das zum Glück nicht allein; Sie werden von einem Operateur an der Steuerkonsole gesteuert und kontrolliert. Anbei steht am OP-Tisch ein weiterer Operateur mit laparoskopischen Instrumenten, um dem Hauptoperateur zu helfen.

Wir waren auch bei einer Operation und es war sehr interessant zu sehen, wie das alles funktioniert. Die Bewegungen, die an der Steuerkonsole durchgeführt werden, sehen so aus, als läge der Patient direkt unter den Händen des Operateurs. Es ist sehr spannend dabei zuzusehen, wie der Chirurg am einen Ende des Raumes die Hände bewegt und am anderen Ende der Roboter die gewünschten Bewegungen durchführt.

An dieser Stelle stellte sich die Frage: „Kann irgendwann ein Chirurg in zum Beispiel New York einen Patienten in beispielsweise Korea operieren, ohne, dass einer der beiden die lange Reise hinter sich bringt?“ Davon gehen unsere Experten stark aus und haben sogar die Hoffnung, dass dies irgendwann möglich sein könnte. Jedoch liegt dieses Ziel noch weit in der Ferne. Beim Cafétreffen wurde geäußert, dass ein großes Risiko besteht, dass eben diese Verbindungen gehackt werden könnten. Es gäbe sicherlich einige extremistische Gruppen, die Interesse daran hätten, diese internationalen Verbindungen zu stören und damit eine ganz neue Art von Terror zu kreieren. Als Lösungsansatz für das Problem hatte eine Schülerin starke Firewalls vorgeschlagen, die vor Hackern schützen. Das Risiko für Patienten würde sich trotzdem ein wenig erhöhen.

Viele äußerten Bedenken gegenüber dieser Operationstechnik. Die Risiken seien insgesamt höher, als bei anderen OPs, so die Kritiker. Doch das kann man so nicht sagen. Bei jeder Operation besteht ein bestimmtes Risiko. Dies erhöht oder verringert sich von Patient zu Patient.

Das DaVinci-Robotersystem ermöglicht dem Operateur eine 3D-Sicht über den Monitor. Das vereinfacht das Operieren ungemein, da der Chirurg den Raum auch als solchen wahrnimmt, anders als bei laparoskopischen Eingriffen. Doch selbst mit dieser Vereinfachung ist das Operieren nicht leicht. Der Chirurg muss lange lernen, mit dem System umzugehen, bis er wirklich damit arbeiten kann.

Dass die Kosten höher als bei laparoskopischen Eingriffen sind, steht außer Frage. Der Roboter kostet um die 1,6 Millionen Euro, die jährlichen Wartungskosten betragen um die 150.000 Euro. Pro Operation kommen für die Instrumente 1.500 Euro dazu. Die Kosten anderer OPs sind deutlich geringer.

Am Ende der Diskussion stand die Frage im Raum: „Und was bringt der Roboter dann?“ Das ist eine sehr gute Frage. Allgemein kann man sagen, dass das System sehr teuer ist und viel Zeit beansprucht. Aber es bietet auch einige Vorteile, wie zum Beispiel die 3D-Sicht. Außerdem bietet es viele Ausbaumöglichkeiten und hat noch viel Potenzial. An dem System wird immer noch gearbeitet und geforscht, weshalb es einen Vorteil bietet, dass man es bei Operationen einsetzt. So kann man Nachteile schnell erkennen und verbessern.

Experte

Herr Dr. Heiko Aselmann

Uni-Klinikum Schleswig-Holstein; Standort Kiel

Dr. Aselmann ist der Oberarzt der allgemeinen Chirurgie im UKSH Kiel. Er ist einer der Ärzte, die mit dem DaVinci-Robotersystemen operieren und hat den Cafébesuchern, wie das alles funktioniert. Auch auf Fragen hat er immer passend geantwortet und hat sein Fachvokabular sehr gut erklärt, sodass es auch für die Jüngsten und Unerfahrendsten verständlich war.

Experte

Herr Dr. Alexander Bernsmeier

Uni-Klinikum Schleswig-Holstein; Standort Kiel

Dr. Bernsmeier ist der wissenschaftliche Betreuer des Projektes mit den Robotersystemen. Auch, wenn er nicht anwesend sein konnte, hat er den Projektleitern sehr geholfen.

Betreuer

Manuel Raschke

AG

Junior Science Café-AG Humboldt-Schule

Schule

Humboldt-Schule Kiel

Kiel, Schleswig-Holstein

Autoren

Julia Krause und Marie Gratopp

Schülerinnen der Humboldt-Schule Kiel und Projektleiterinnen des Cafés.