KI - Bloße Komponente, oder wahre Identität

In einer Diskussionsrunde soll mit den Wissenschaftlern über die Problematik der KI diskutiert werden. Dabei soll der Privatmensch ebenso wie die Politik und die Wirtschaft in den Focus genommen werden.

Winfriedschule

Leipziger Str. 2, 36037 Fulda

10. November 2017, 18:00

Kategorien: Technologie     Informatik     Philosophie     Künstliche Intelligenz

Thesen

1

Künstliche Intelligenz ist nicht böse oder schlecht; wir müssen aber vorsichtig mit ihr umgehen, sodass sie uns nicht die Menschlichkeit raubt.

2

Die Forschung an Künstlicher Intelligenz, auch von großen Konzernen wie Google oder Facebook, sollte vom Staat überwacht werden.

3

Künstliche Intelligenz ist kontrollierbar, somit ist ausschließbar, dass eine Künstliche Intelligenz die Oberhand gewinnt.

4

Künstliche Intelligenz bringt sowohl Vorteile, als auch Nachteile, wobei die Vorteile überwiegen.

5

Der Unterschied zwischen Künstlicher Intelligenz und menschlicher Intelligenz liegt darin, dass die menschliche Intelligenz im Gegensatz zur Künstlichen Intelligenz vergänglich ist.

Wird die Künstliche Intelligenz unser Leben verändern? Wie gehen wir in Zukunft mit der immer technisierteren Welt um? Diese und viele andere Fragen wurden am vergangenen Freitag in der Aula der Winfriedschule zum Teil sehr kontrovers diskutiert. Zu Beginn der Veranstaltung gaben Hannah Wahl und Seyma Delen einen kurzen Überblick, was sich unter einem „Juniorsciencecafé“ vorzustellen hat: Wissenschaftler, Schülerinnen und Schüler kommen zu einer lockeren Gesprächsrunde in freundlicher und angenehmer Atmosphäre zusammen. Dies bedarf einiger Vorarbeiten seitens der Schülerinnen und Schüler, die dieses Café weitgehend eigenverantwortlich in der sogenannten Juniorscience-AG planen und organisieren. Die Schüler teilen sich in sechs Teams auf, jedes Team ist verantwortlich für einen Teil der abschließenden Veranstaltung „Juniorsciencecafé“. Dabei sind die Aufgaben der Teams durchaus sehr unterschiedlich: Experten müssen ausgesucht und Termine mit ihnen abgesprochen werden. Ein Plakat und Handouts müssen gestaltet und gedruckt werden.Die Techniker müssen sicher im Umgang mit Licht, Mikrophonen, Lautsprechern und Computern sein. Die Publikumsfragen müssen vorbereitet sein und die Verknüpfung auf die Smartphones des Publikums via QR-Code gelingen. Für das Stühle- und Tische aufstellen muss gesorgt werden, die Bühne ansprechend gestaltet werden und schließlich muss auch die Dekoration sowohl der Tische als auch der Bühne gewährleistet sein. Für Getränke und einen kleinen Imbiss zeichnet ebenfalls ein Team Verantwortung. Der Abend des Juniorscience Cafés gelingt erst dann, wenn die Diskussion gut durchdacht worden ist,damit die Moderation interessant geführt werden kann und alle Teams vorab zusammengearbeitet und ihre Aufgaben verantwortlich wahrgenommen haben. Nach diesem Einblick in die Arbeit der Schülerinnen und Schüler übernahm Aqib Rana das Mikrofon und leitete in das Thema Künstliche Intelligenz ein. Zunächst wurden die Zuschauer durch eine Onlineabfrage mit in die Diskussion eingebunden. Die eigentliche Diskussion leitete Phillip Heigel. Er bat die einzelnen Experten zunächst um ein knappes Statement zu ihrem aktuellen Forschungsauftrag. Als Experten waren geladen: Prof. Dr. Werner Winzerling (HS Fulda) – Experte für Netzwerktechnologie und Online-Dienste, Prof. Dr. Alexander Gepperth (HS Fulda) Forschungsgebiete sind Lernverfahren für Robotik und intelligente Fahrzeuge, Pascal Bercher (Doktorand der Uni Ulm) – Fachrichtung KI und Dr. Christoph Quarch (Philosph). Schon bald entfachte sich eine lebhafte Diskussion. Den ersten strittigen Punkt stellte das autonome Fahren dar – wie müsste eine KI programmiert werden, wenn es um die Vermeidung eines Unfalls ginge. Solle die KI für das Leben des Nutzers und gegen das Leben des „Unfallgegners“ entscheiden? Wer würde bei einem Unfall haftbar sein, wer moralisch haftbar? Während der Diskussion warnte Dr. Quarch eindringlich, der Mensch würden menschlich verarmen, wenn er die Verantwortung auf Maschinen überträgt. Quarch warnte ebenso vor großen Konzernen wie Google und Facebook, die längst eine führende Position in der Entwicklung der KI innehaben. Dies sei das eigentlich Gefährliche und Beunruhigende. Folgende Punkte kritallisierten sich als Thesen heraus: Künstliche Intelligenz ist nicht böse oder schlecht; wir müssen aber vorsichtig mit ihr umgehen, sodass sie uns nicht die Menschlichkeit raubt. Die Forschung an Künstlicher Intelligenz, auch von großen Konzernen wie Google oder Facebook, sollte vom Staat überwacht werden. Künstliche Intelligenz ist kontrollierbar, somit ist ausschließbar, dass eine Künstliche Intelligenz die Oberhand gewinnt. Künstliche Intelligenz bringt sowohl Vorteile, als auch Nachteile, wobei die Vorteile überwiegen. Der Unterschied zwischen Künstlicher Intelligenz und menschlicher Intelligenz liegt darin, dass die menschliche Intelligenz im Gegensatz zur Künstlichen Intelligenz vergänglich ist. Gegen Ende der Diskussion waren wieder die Zuhörer gefragt, diesmal mit einer Umfrage, für wie gefährlich bzw. wie nützlich sie die KI einschätzten. Mithilfe von Klebepunkte markierten sie in einem Koordinatensystem ihre persönliche Einschätzung über die Künstliche Intelligenz. Es ergab sich, dass die meisten Zuschauer einen großen Nutzen und eine große Möglichkeit in der KI erkennen, aber viele der Zuhörer waren bezüglich der Gefahr für die Menschheit in ihren vielschichtigen Facetten durchaus auch skeptisch. Am Ende bedankte sich der stellvertretende Schulleiter StD Sven Müller bei der AG und ihrem Betreuer Martin Lindenthal für die exzellente Durchführung dieser Veranstaltung. Sehr begeistert zeigte er sich auch über den regen Zuspruch, den diese Veranstaltung mittlerweile erfährt und verwies auf die ca. 150 Zuschauerinnen und Zuschauer. Für das nächste JSC werden jetzt schon Pläne geschmiedet – unter anderem denken die Teilnehmer der AG über ein Café mit Livestream nach.

Experte

Dr. phil. Christoph Quarch

Autor, Redner, Philosophiereiseleiter/-veranstalter (u. a. für ZEIT REISEN) und Unternehmensberater

Experte

Prof. Dr. Alexander Gepperth

HS Fulda

Forschungsgebiet: Lernverfahren für Robotik und intelligente Fahrzeuge, maschinelle Perzeption, Bildverarbeitung

Experte

Prof. Dr. Werner Winzerling

HS Fulda

Experte für Netzwerktechnologie und Online-Dienste

Experte

Pascal Bercher

Universität Ulm

Since July of 2009, I am a PhD student working in the field of Automated Planning, a subfield of Artificial Intelligence (AI). Large parts of my research are motivated by applying AI planning techniques for advanced assistance systems for human users.

Betreuer

Martin Lindenthal

AG

Junior Science Café-AG Winfriedschule

Schule

Winfriedschule

Fulda, Hessen