Junior Science Café – Kein Plastik Meer!?

Neues Gymnasium Oldenburg

Schlaues Haus, Schloßpl. 16, 26122 Oldenburg

14. Januar 2015, 19:00

Kategorien: Umwelt

Jörg Weiss CC BY

Thesen

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Kunststoffe haben in unserem Leben eine wichtige Bedeutung. Man kann dabei zwischen drei Kunststoffarten unterscheiden, die unterschiedliche Eigenschaften haben: Elastomere, Thermoplaste und Duroplaste.

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Die Langlebigkeit von Kunststoffen ist Segen wie Fluch zugleich. Einmal hergestellt, ist Kunststoff nur sehr schwer wieder abbaubar.

3

Kunststoffe werden durch mechanische Einflüsse und Licht immer weiter zerkleinert und stellen in der Umwelt, wie z.B. in Gewässern, eine zunehmende Gefahr dar.

4

Mikroskopisch kleine Plastikteilchen finden sich überall, tief im Marianengraben im Pazifik und sogar in unseren Lebensmitteln. Sie können Schadstoffe freisetzen, aber auch als Transporteure für diese dienen.

5

Durch die wachsende Zahl an Satelliten wird auch der Müll im Weltraum zu einem Problem. Sowohl auf der Erde als auch im All sollten wir also Strategien zu dessen Vermeidung und zur Wiederverwendung entwickeln.

Junior Science Café – Kein Plastik Meer!?
 

Text: Schüler-AG „Na, Erde?“
Fotos: Wiesenäcker (NGO), Holm-Grünberg (privat)

Bereits im Juli 2014 hatten die Schülerinnen und Schüler der Arbeitsgemeinschaft „Na, Erde?“ des Neuen Gymnasiums ihr erstes Oldenburger Schüler-Wissenschaftscafé zum Thema Windenergie gestaltet. Das zweite Junior Science Café  beschäftigte sich dann im Januar diesen Jahres mit der Problematik des Plastikmülls in den Weltmeeren: „Kein Plastik Meer!?“. Als Experten hatten die Schülerinnen und Schüler dafür Dr. Barbara Scholz-Böttcher (Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Universität Oldenburg), Dr. Thomas Beermann (Firma BÜFA, Oldenburg/Rastede) und Christian Lütten (Atlantiksegler, Emden) ins Schlaue Haus (Wissenschaftshaus in Oldenburg) eingeladen. Begleitet wurden die Schüler bei ihren Planungen vom Lehrerteam Ines Hauck-Gundelach (Kunst/Mathematik) und Dr. Bernhard Sturm (Chemie/Physik), der als ehemaliger Küstenforscher ebenfalls an der Diskussion teilnahm.

Vorbereitung

Im Herbst 2014 begann die 5-monatige intensive Vorbereitungszeit zum Junior Science Café. Nach einer Einarbeitung in die Thematik wurden auf einer Exkursion erste Beprobungen und Versuche am Weserstrand bei Elsfleth durchgeführt. Anschließend planten die 17 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 5 bis 12 arbeitsteilig die Organisation und den Ablauf des Cafés. Zwischenzeitlich experimentierte die Schülergruppe außerdem an der Oldenburger Universität im Wattenmeer-Lernlabor.

Informationen und Diskussion mit Experten

Die Oberstufenschüler Dorothee Funk und Thore Mintken (Jg. 11) führten in die zweiteilige Gesprächsrunde mit einer Kurzpräsentation zu Kunststoffen ein. Sie wurden bei den dabei auch vorgeführten drei Experimenten zu Elastomeren, Thermoplasten und Duroplasten von Fünftklässlerinnen tatkräftig unterstützt. Tobias Djuren (Jahrgang 11) hatte in seiner Freizeit einen aufwändig animierten Einstiegsfilm erstellt. Im von ihm moderierten ersten Diskussionsabschnitt beschäftigten sich die Experten und Wissenschaftler mit der Frage „Welche Eigenschaften haben Kunststoffe und wo werden sie verwendet?“. Dabei wurde deutlich, wie sehr Kunststoffe in von uns genutzten und uns umgebenden Gegenständen zum Teil auch unbemerkt eine Rolle spielen. Als Beispiele wurden hierfür Bootsrümpfe, Kacheln oder Leichtbauteile für Flugzeuge genannt. Die Langlebigkeit der Kunststoffe ist dabei Segen wie Fluch zugleich. Unter der Führung des Zwölftklässlers Tammo Viertelhausen tauschten sich die Experten im zweiten Teil über die Frage aus: „Wie verbreitet sich Kunststoff in Gewässern und welche Folgen hat dies für die Umwelt?“. Zur Sprache kamen Eintragswege in die Umwelt, Erscheinungsformen vom Makro- bis Mikroplastik, die Transportfunktion von Kunststoffteilchen für Schadstoffe sowie Folgen für Mensch und Tier. Ebenso wurde darüber diskutiert, welche Wirkung ein vermehrter Einsatz von 3D-Druckern auf den Kunststoffverbrauch haben könnte. Taran Heye (Jahrgang 10) rundete den Abend mit einem Ausblick auf die zunehmende Problematik des Mülls im Weltraum ab.

Kunst, Flaschenpost und Mitmach-Experiment

Im Schülercafé kümmerten sich außerdem die vier Fünftklässlerinnen Elisabeth, Rieke, Inga und Meret um eine anschauliche Dokumentation des Projektverlaufs, u.a. mit künstlerischen Gestaltungen (Assemblagen) ihrer Flaschenpostexperimente. Elias und Max (Jahrgang 7) steuerten eigene Comics zur Thematik bei. Anton (Jahrgang 5) und Paul (Jahrgang 6) stellten Fundstücke vom Weserstrand künstlerisch-dokumentarisch aus und führten ein Mitmachexperiment zum Schwimmverhalten von Kunststoffproben durch. Aaron Pieperjohanns (Jahrgang 11) betreute während der Gesprächsrunde sicher die Hintergrundtechnik, u.a. mit Einspielfolien der Experten.

Fazit

Die sehr gut besuchte Veranstaltung zu diesem aktuellen Thema fand ein reges Interesse beim Publikum aus allen Altersstufen. Ganz bewusst wurden von den Schülerinnen und Schülern Publikumsfragen mit in das Gespräch eingebunden. Die Schüler dürfen, durch sehr positives Echo gestärkt, auf eine sehr gelungene Veranstaltung zurückblicken und sind durch diese Art der Wissenschaftskommunikation sicherlich in ihrer Persönlichkeit gewachsen. Den betreuenden Lehrern gefielen außerdem die gemeinschaftsstiftenden, fächer- und jahrgangsübergreifenden Aspekte bei diesem Austausch zwischen Schule und Wissenschaft.

Experte

Dr. Bernhard Sturm

Oldenburg

Promovierter Küstenforscher, Neues Gymnasium Oldenburg, Lehrer für Chemie und Physik

Experte

Christian Lütten

Emden

Atlantiksegler, hat schon viele Erfahrungen mit Plastikmüll im Meer gemacht

Experte

Oldenburg/Rastede

Firma BÜFA, stellt unter anderem Kunststoffe her, Chemiker

Experte

Universität Oldenburg

Universität Oldenburg, Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Leiterin der Zentralen Analytik

Betreuer

Ines Hauck-Gundelach

Neues Gymnasium Oldenburg

Betreuer

Bernhard Sturm

Neues Gymnasium Oldenburg

AG

Schüler-AG „Na, Erde?“
Schüler-AG „Na, Erde?“

Bei dem Namen der AG „Na, Erde?“ haben sich die Schülerinnen und Schüler des Neuen Gymnasiums Oldenburg Folgendes gedacht: Sie stellen mithilfe der Naturwissenschaften, Chemie und Physik, der Erde Fragen und beantworten diese. Derzeit sind sie 17 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 5 bis 12. Die AG besteht seit dem Schuljahr 2009/2010.

Schule

Neues Gymnasium Oldenburg

Oldenburg, Niedersachsen