Ebola in Deutschland – Panikmache oder ernste Bedrohung?

Otto-von-Taube-Gymnasium

Germeringer Straße 41, 82131 Gauting

5. Dezember 2014, 16:30

Kategorien: Medizin

Quirin Leppert : Wissenschaft erleben , CC BY

Thesen

1

Ebola ist ein Virus. Es übertragt sich über Körperflüssigkeiten und nicht über die Luft. Der Krankheitsverlauf ist sehr schnell, sodass man wenig dagegen tun kann.

2

Medikamente gibt es fast noch keine. Bevor die Epidemie sich in Westafrika ausbreitete, gab es noch keinen Markt dafür - und wenn die Industrie keinen Markt sieht, wird auch nichts erforscht.

3

Die Angst vor Ebola wird in Deutschland wesentlich durch die Medien beeinflusst. Deshalb ist es wichtig, sich anhand verlässlicher Quellen zu informieren, z.B. bei Behörden, Ämtern oder der Webseite der Weltgesundheitsorganisation.

4

Der Schutz des Krankenhauspersonals macht die Ebola-Behandlung sehr teuer. Alle drei Stunden müssen die Helfer gewechselt werden. Jeder Helfer hat Begleiter, die den Schutzanzug säubern und beim Umziehen assistieren.

5

Vielen Menschen in Afrika ist die Gefahr durch Ebola nicht bewusst. Deshalb haben Mobilfunkanbieter vor jedem Anruf Sprachbotschaften wie „Ebola is real“ geschaltet.

Viel Organisation und ein Ebola-Anzug

Autorin: Kora Kukuj, Öffentlichkeitsteam , Junior Science Café, Gauting

Es gab viel zu organisieren für die 8b: Das Projekt Junior Science Café war für die Schüler  komplett neu und sie hatten nicht viel Zeit um alles vorzubereiten. Bei Junior Science Café, einem Projekt der Initiative Wissenschaft im Dialog und der Deutsche Telekom Stiftung, geht es darum, Schüler und Wissenschaftler in einer Diskussion zu einem bestimmten Thema zusammenzubringen. Dabei wählen und organisieren die Schüler fast alles: Das Thema, den/die Wissenschaftler/Experten, das Ambiente usw. Noch ist es aber ein Pilotprojekt, das erst an vier Schulen durchgeführt wird. Dazu gehört auch das OvTG. Das erste Mal war es nur für die 8b, von nun an soll es zum Wahlkurs werden.

Die erste Veranstaltung fand am 05.12.2014 statt. Das Thema lautete „Ebola in Deutschland – Panikmache oder ernste Bedrohung?“ Einen wichtigen Part spielte dabei die Rolle der digitalen Medien. Denn hauptsächlich durch sie wird und wurde die Angst verbreitet. Dabei muss man aber bedenken, dass in ganz Afrika ca. 500 mal mehr Menschen pro Tag an AIDS sterben als an Ebola, meinte der eingeladene Arzt Dr. med. Wolfgang Guggemos. Trotzdem solle man das Virus nicht unterschätzen: Es sei gefährlich, weil es seinen „Wirt“ umbringe, und es gehe rasend schnell, sodass man nur sehr wenig dagegen tun könne. Heilmittel gab bis es dafür so gut wie noch keine, denn bis vor Kurzem, bevor die Epidemie sich in Westafrika ausbreitete, gab es auch keinen schwerwiegenden Grund dazu, sie zu entwickeln. Trotz allem ist eine Ebola- Epidemie in Deutschland so gut wie unmöglich: „Die Krankheit hat eine Inkubationszeit von 21 Tagen. Wenn man also Ebola bei sich vermutet, lautet die Frage: Wo warst du in den letzten 21 Tagen? Wenn´s Oberammergau war, dann wird´s wohl kein Ebola sein.“ (Dr. Guggemos). Außer dem Chefarzt des Schwabinger Krankenhauses war auch noch der Krankenpfleger Hr. Thomas Böhner eingeladen, der eine eigene Hilfsorganisation in Liberia gegründet hatte. Allem Anschein nach hatte Liberia sie auch nötig: Ein Beispiel dazu wäre das defekte Fieberthermometer in einem internationalen Flughafen in Liberia, das deshalb wochenlang 35,7 Grad anzeigte.

Für Schmunzeln sorgte auch der Moderator Niki v. Stauffenberg, als er einen von Dr. Guggemos mitgebrachten Ebola-Schutzanzug anprobierte. Darin sei es sehr heiß und stickig, meinte er. Er könne sich nicht vorstellen, auch nur 20 Minuten darin zu arbeiten.

Dieses und noch vieles andere besprachen die Schüler am Freitag mit den zwei Experten. Mehr Informationen finden Sie unter:

http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/schueler-ebola-gauting-wissenschaftscafe-100.html

Außerdem gab es auch je einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung und dem Starnberger Merkur.

Experte

Städtisches Klinikum München

Städtischen Klinikum in München, Infektiologie und Tropenmedizin, Oberarzt

Experte

Grafrath

Rettungssanitäter und Krankenpfleger, Vereins zur Förderung medizinischer Hilfe im ländlichen Gebiet von Liberia „Help Liberia – Kpon Ma e. V.“, Vorsitzender

Betreuer

Lisa Lederer

Otto-von-Taube-Gymnasium

AG

Junior Science Café Gauting
Junior Science Café Gauting

Die AG besteht aus der Klasse 8b des Otto-von-Taube Gymnasiums in Gauting, Bayern. Die Schülerinnen und Schüler treffen sich einmal pro Woche in einer AG-Sitzung, um gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Recherchiert und organisiert wird jedoch in kleinen Teams außerhalb der Schulzeit.

Schule

Otto-von-Taube-Gymnasium

Gauting, Bayern