#caféthesen weiterdenken! Roboter für die Schule?

Foto: Brett Davis, Robots take the Stage, CC BY NC, (Skaliert, Logo hinzugefügt)

In der Reihe #caféthesen weiterdenken! greifen wir aus jedem Junior Science Café eine These auf und diskutieren sie im Netz. Denkt mit!

Die Schülerinnen und Schüler der Junior Science Café-AG an der August-Dicke-Schule haben das Junior Science Café „Emotionen von Kalter Hand! – Können Roboter moralisch handeln?“ organisiert und mit einem Kognitionswissenschaftler über das Thema diskutiert. Folgende These fand ich besonders interessant:

These 5: Eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine ist durchaus denkbar.

Dabei habe ich mich gefragt, wie funktioniert so eine Zusammenarbeit und wie sieht diese aus? Diese Fragen habe ich dem Neurokybernetiker Frank Pasemann von der Universität Osnabrück gestellt. Die Kybernetik beschäftigt sich damit, wie Maschinen, Menschen oder Organisationen sich steuern und regeln.

Beim Begriff Zusammenarbeit unterscheidet er zwischen Interaktion und Kooperation. Ein interagierender Roboter weicht beispielsweise einem Menschen aus, wenn dieser gegen den Roboter drückt.

Das ist beispielsweise bei OP-Robotern wichtig. Sie müssen dem Arzt ausweichen, wenn er an eine bestimmte Stelle am OP-Tisch will. Der Roboter reagiert in diesem Fall nur auf die Berührung der Operateure. Doch es gibt auch noch eine zweite Variante der Zusammenarbeit: die Kooperation.

„Die bessere Variante ist, dass Mensch und Maschine kooperieren“, so der Kybernetiker, die Maschine also selbstständig Entscheidungen treffen kann. Kooperation erfolgt dann, wenn ein Problem nur gemeinsam gelöst werden kann. Es ist also eine zweite Person notwendig, um zu einem Ziel zu gelangen. Diese zweite Person kann auch ein Roboter sein. Zum kooperativen Zusammenarbeiten benötigt ein Roboter Sensoren, die nach Außen weisen, und eine intelligente Datenverarbeitung. Damit kann er nicht nur selbstständig Gegenstände und Menschen erkennen, sondern deren Verhalten auch (in Grenzen) interpretieren. Er bekommt dann keine Befehle von Menschen, sondern entscheidet selbst. Dies passiert teilweise schon an Fließbändern, wo Roboter und Personen zusammenarbeiten. Die Roboter erkennen beispielsweise an der Handbewegung des Arbeiters, welches Teil oder Werkzeug dieser benötigt. So reicht er dem Arbeiter dann den Kotflügel oder den Bohrer.

Es gibt ja gerade einen großen Lehrermangel. Wäre es nicht praktisch, wenn Roboter in der Schule mithelfen? Roboter kooperieren dann mit Schülern? Frank Pasemann meint, dass hauptsächlich Lernsoftware verwendet werden kann, beispielsweise wenn man eine Sprache lernt. Diese muss nicht in einem besonderen Apparat, also einem Roboter verbaut sein. Er könnte sich aber vorstellen, dass man Roboter einsetzen kann, wenn Schüler eine Sportart erlernen. Denn dabei ist ein greifbarer Körper wichtig. Lernende können so die Körperbewegungen des Roboters genau nachahmen.

Okay, also die Schule ist nicht unbedingt der richtige Platz für Roboter. Welche Orte und Aufgaben könnt ihr euch vorstellen, bei denen ein Roboter euch unterstützt?


8. September 2016, 13:35      Florian Boegner      Interaktion Roboter Kooperation KI      weiterdenken!

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