#Caféthesen weiterdenken: Marsmission – die Suche nach den Anfängen des Lebens

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In der Reihe #caféthesen weiterdenken! greifen wir aus jedem Junior Science Café eine These auf und diskutieren sie im Netz. Denkt mit!

Die Schülerinnen und Schüler der Junior Science Café-AG am Neuen Gymnasium Oldenburg haben das Café „Heimatplanet Erde oder Mission zum Mars“ organisiert. Sie diskutierten mit fünf Experten unter anderem von der Europäischen Weltraumbehörde ESA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Besonders interessant fanden wir folgende These:

„Der Marsianer“, „Red Planet“ oder „Mission to Mars“ – schon allein die Zahl der Filme, die sich mit dem Mars beschäftigen, zeigt wie fasziniert wir von ihm sind. Aber warum erforschen wir überhaupt den Mars? Und was hoffen wir dort zu entdecken?
„Für Wissenschaftler ist der Mars vor allem deshalb so faszinierend, weil er auch Informationen über die Ursprünge des Lebens auf der Erde liefern kann“, erklärt Ralf Jaumann vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Einerseits haben früher auf dem Mars ähnliche Bedingungen wie auf der Erde geherrscht, sagt der Physiker und Geologe . So habe es zum Beispiel Wasser in flüssiger Form gegeben und heute gäbe es immer noch Eis, was eine der Bedingungen für die Entstehung von Leben sei.

„Anders als auf der Erde gibt es auf dem Mars aber keine Plattentektonik. Das  heißt es gibt keine festen Kontinentalplatten, die sich auf einem zähflüssigen Mantel verschieben. Auf der Erde gab es diese Plattentektonik von Anfang an. Dadurch wurden viele Informationen über die Geschichte der Erde quasi ausgelöscht“, so Jaumann.  Anders auf dem Mars: Dort könnten Wissenschaftler Materialien finden, die nicht durch die Plattentektonik zerstört wurden und die deshalb Informationen aus weit zurückliegenden Zeiten ans Licht bringen.

Mit Marsgestein könnten wir also vielleicht eine der großen Fragen der Menschheit beantworten: Woher kommt das Leben auf der Erde?

Bis es soweit ist, mussten allerdings einige Hürden überwunden – und sehr viel Geld  investiert  – werden.  Ein Grund, warum der Mars noch relativ schlecht erkundet ist.  „Zunächst müssen wir die Stellen an der Marsoberfläche finden, an denen wir aussagekräftige Proben vermuten. Das sind zum Beispiel Orte, an denen  lange Wasser vorhanden war“, erklärt Jaumann.  Dazu bringen die Forscher Satelliten  in die Umlaufbahn des Mars. Die Satellitenbilder zeigen Strukturen, die das Wasser hinterlässt.

 Im nächsten Schritt geht es dann mit sogenannten Rovern, ferngesteuerten Fahrzeugen, auf den Mars. „Da aussagekräftige Proben sehr alt sind, liegen sie weit unter der Oberfläche. Die Rover müssen tiefe Löcher bohren, um in diesem Bereich Proben entnehmen zu können“, erklärt Jaumann. „Außerdem müssen die Fahrzeuge wie ein kleines Labor mit Geräten ausgestattet sein, die die Proben gleich vor Ort analysieren. Ein Transport des Gesteins zur Erde würde etwa sechs bis acht Monate dauern und wäre auch sehr teuer. Laut Jaumann habe es etwa zwei Milliarden Euro gekostet, den Rover Curiosity zum Mars zu bringen. Für einen Transport der Proben zur Erde wäre nach seinen Schätzungen eine weitere Milliarden Euro erforderlich und bisher ist die technische Entwicklung auch noch nicht so weit. „So entsteht auch die Schwierigkeit, dass man sehr genau im Voraus planen muss, was man untersuchen will. Ist der Rover einmal auf dem Mars und es fällt einem noch ein spannendes Experiment ein, ist es zu spät. Das ist erst mit der nächsten Mission wieder möglich“, so Jaumann.
Technische Entwicklung, Kosten und die unglaublich weite Entfernung machen die Forschung auf dem Mars also so schwer- ich finde, gemessen an diesen Schwierigkeiten weiß man eigentlich schon sehr viel.

 Milliarden von Euro werden in die Mars-Forschung investiert. Das ist ganz schön viel Geld. Trotzdem halte ich es für wichtig auf dem Mars zu forschen – immerhin geht es dabei auch um die Ergründung der Ursprünge des Lebens auf der Erde. Man könnte allerdings argumentieren, dass das Geld besser für akute Probleme auf der Erde eingesetzt würde. Wie denkt ihr darüber?


14. Juli 2016, 08:32      Babette Jochum      weiterdenken!

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