Bunt, smart, international - Junior Science Café-Netzwerktreffen 2016

Foto: Gesine Born (WiD), Wie war die Erfahrung mit dem Junior Science Café im Jahr 2016. CC BY

In Zukunft sind alle Junior Science Cafés vernetzt und digital. Die Atmosphäre soll trotzdem gemütlich bleiben. Die Schüler wünschen sich, dass die Lehrer weiterhin im Hintergrund bleiben. Und bunt sollen die Cafés bleiben - in den Themen, der Gestaltung und bei den Experten und Gästen.

Dies sind ein paar Gedanken von unserem Netzwerktreffen, das am 27.und 28.11.2016 stattfand. Auch in diesem Jahr kamen wieder Schüler und Lehrer aus dem Junior Science Café-Netzwerk in Berlin zusammen.

Zum Auftakt ging es in das Games Science Center. Besucher können dort neueste Technologien ausprobieren, umgesetzt in Spiele. Der zweite Tag fand im Center Monbijou statt. In Kleingruppen ging es um die Erfahrungen, die Schüler und Lehrer im letzten Jahr gesammelt hatten, aber auch um die zukünftige Gestaltung des Projekts. In verschiedenen Workshops konnten Schüler und Lehrer coden, präsentieren, Experimente machen und über Themen wie Big Data und Mensch-Maschine-Interaktion diskutieren. Am Ende stimmten wir über das Volume 3 für das Jahr 2017 ab.

Neueste Technologie erspielen.

Foto: Gesine Born (WiD), Manche Spiele schafft man zu zweit am Besten. CC BY

Auch in diesem Jahr waren wir wieder im Games Science Center zu Gast, das Technologien der Zukunft ausstellen und Besuchern außergewöhnliche Formen der Interaktion mit dem Computer präsentiert. „Dies ist ja sehr digital“, sagt Ursula Resch-Esser bei der Begrüßung der Teilnehmer, „also genau der richtige Ort für ein Projekt mit dem Motto Denk digital!“, findet die Projektleiterin auf Seiten von Wissenschaft im Dialog.

Die Interaktionen mit der digitalen Welt können im Games Science Center auch auf ganz unterschiedliche Art und Weise passieren. So war manchmal ganzer Körpereinsatz gefragt, um das Spiel zu steuern, wie beispielsweise bei dem obigen Bild - oder auch die Stimme oder nur die Finger. Die Teilnehmer konnten gemeinsam oder gegeneinander spielen oder die Spiele selbst forderten einen zur Interaktion heraus.

Auf Rädern, kunterbunt und mit Fackel der Erkenntnis

Foto: Gesine Born (WiD), „Bunt, organisiert, technologisch, digital, erweiterbar“ - so stellen Schüler und Lehrer des Netzwerks den Kern des Projektes dar. CC BY

Am Montag trafen wir uns im Center Monbijou, um uns über das Projekt Junior Science Café und die digitale Gesellschaft auszutauschen, und gemeinsam in die Zukunft zu blicken.Was macht das Projekt für euch aus? Dieser Frage näherten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen. Ihre Ergebnisse präsentierten sie auf ganz besondere Weise: in einem Bild, einer Lego-Bauwerk oder einem Stillleben, ähnlich der aktuell weitverbreiteten Mannequin-Challenge.

Bunte Farben und Formen symbolisierten hier vor allem eins: Die Vielfalt der Aufgaben und auch der Themen, die im Projekt Junior Science Café vorkommen. Auf einem Bild brannte die „Fackel der Erkenntnis“ - für Schüler, Gäste und Experten. Bei den Stillleben saßen die Lehrer meistens am Rand oder gleich ganz in der Ecke: „Das ist hier schließlich ein Schülerprojekt. Da haben die Lehrer nichts zu suchen“, erklärte eine Schülerin das von ihr mit konzipierte Stillleben. Smartphones lagen auf dem Tisch und symbolisierten die digitale Projektarbeit. Die Schüler legen die Arme umeinander - denn im Junior Science Café arbeiten sie im Team. Eine Gruppe baute ein Fahrzeug aus Lego. „Bunt, organisiert, technologisch, digital, erweiterbar, mit einer offenen Tür für Ideen und Themen und einem Blick in die Zukunft“, erläuterten die Schöpfer. „Und wenn man es anschubst, geht es voll ab“, fügte Petra Carbon hinzu, eine Lehrerin, die fast von Beginn an zum Junior Science Café-Netzwerk gehört.

Stickstofflaser und Coden für Anfänger und Fortgeschrittene

Foto: Gesine Born (WiD), Schüler und Lehrer konnten im CoderDojo-Workshop selbst programmieren. CC BY

Rund um die digitale Gesellschaft und um Projekte, die sich mit dem Junior Science Café verknüpfen lassen, ging es in den  Workshops. Die Teilnehmenden setzten sich gemeinsam mit zwei Expertinnen von erlebeIT mit den Chancen und Risiken von Big Data auseinander und mussten sich in einer fiktiven Diskussion auch auf die Seite derer stellen, deren Aussagen sie nicht zugestimmt hätten. Was bedeutet die fortschreitende Verschmelzung von Mensch und Maschine für unsere Zukunft? Das wurde in dem Workshop Mensch-Maschine-Schnittstelle nicht nur aus neurologischer und technologischer Sicht betrachtet, sondern auch aus ethischer. „Ausprobieren und mitmachen!“ lautete das Motto im CoderDojo-Workshop. Vom Einsteiger bis zum Profi konnte sich hier jeder in der Welt des Programmierens ausprobieren. So auch bei Niclas Müller von der FU in Berlin: Durch Experimente mit Stickstofflasern und programmierbaren Autos zeigte er, wie sich theoretisches Wissen aus dem Junior Science Café in praktischen Experimenten umsetzen lässt. Worauf Schülerinnen und Schüler bei einem guten Vortrag zu Beginn einer Café-Veranstaltung achten sollten, erklärte das Team von Jugend präsentiert mit kleinen Übungen zu Mimik, Gestik und der richtigen Ansprache der Zielgruppe.

Das Junior Science Café der Zukunft: International, vernetzt und noch digitaler

Foto: Florian Bögner (WiD), Das Junior Science Café der Zukunft im Stilleben: überregional und mit einem digital zugeschalteten Experten. CC BY

Mit den Erkenntnissen aus den Workshops im Hinterkopf wagten wir einen Blick in die Zukunft: „Wie stellt Ihr Euch das Junior Science Café der Zukunft vor?“, war die große Frage. Und natürlich war wieder eine kreative Darstellung gefragt: Mit Lego, Stiften und dem eigenen Körper. Von einer Weltkugel über verschiedene Länderflaggen bis hin zu einer Deutschlandkarte - Ausweitung und Vernetzung waren die Schlagworte, ob regional oder international. Vernetzung ist wichtig, denn es werden immer mehr Junior Science Café-Schulen, wie der Graph auf einem Bild zeigen sollte. „Immer mehr Schulen werden Teil des Netzwerks, weil es so eine große Strahlkraft hat. Deshalb haben wir aus unserem Lego auch einen Stern gebaut“, zeigte eine Gruppe auf. Und: noch digitaler sollen Junior Science Cafés werden. Die meisten Experten, ob im Lego-Bauwerk oder im Standbild, waren digital zugeschaltet. Auch andere Gäste können virtuell dabei sein. Die Schüler finden aber auch: „Die gemütliche Café-Atmosphäre soll weiter erhalten bleiben.“

Vol. 3: Smarte Welt

Foto: Gesine Born (WiD), Teilnehmer des Junior Science Cafés-Netzwerktreffens 2016, CC BY

Zum Schluss stand noch ein weiteres Highlight auf dem Programm. Wie lautet das Volume 3 für das Jahr 2017? Die Teilnehmenden hatten die Wahl: von einem politischen Fokus bei „Netzgesellschaft“, über den persönlichen Umgang mit dem Netz betreffen in „Das Netz und ich“, bis hin zu Diskussionen über die Digitalisierung unserer Umwelt in „Smarte Welt“. Per Abstimmung mit den Füßen gab es am Ende die meisten Stimmen für „Smarte Welt“!

Damit steht der Titel der nächsten Reihe für das Jahr 2017 fest: Vol. 3: Smarte Welt.

Der Fokus ist somit stärker auf unserer Umwelt. Diese wird immer intelligenter. Autos fahren selbst, Licht, Temperatur und Jalousien in Wohnungen werden bedarfsgerecht und automatisch geregelt. Wie verändert dies unsere Gesellschaft und auch unseren Alltag? Unser Motto „Denk digital!“ gilt natürlich weiterhin.

Sandra Heidemann, Projektleiterin von Seiten der Deutsche Telekom Stiftung, bedankte sich bei allen Teilnehmern. Sie hob hervor, dass es ein besonders lebendiger Austausch sei, den sie von anderen Konferenzen so nicht kenne. Wir freuen uns auf ein smartes Jahr 2017 mit vielen bunten und vernetzten Junior Science Cafés in ganz Deutschland.


30. November 2016, 15:06      Florian Boegner      Netzwerktreffen Digitale Bildung

Kommentare

Werner Pronkow   30. November 2016 22:25

Es war ein informatives und kreatives Treffen, das viel Spaß gemacht hat. Der Austausch und die Workshops waren inspirierend, die Unterbringung sehr angenehm.
Wir hoffen beim nächsten Treffen wieder dabei sein zu können!
Liebe Grüße an das ganze Team!

Florian Boegner   1. Dezember 2016 09:31

Lieber Herr Pronkow,
das freut uns sehr :). Grüße sind ausgerichtet.
Herzliche Grüße